GRUNDGEDANKE

Gemeinsames Erarbeiten und Aufführen großer sinfonischer Werke und dabei Vernetzung und Austausch unter den Schulmusik-Studierenden in ganz Deutschland, das sind die Kernideen des BundesSchulMusikChores und –Orchesters (BSMCO).

So treffen sich zweimal jährlich Studierende der Schulmusik aus ganz Deutschland – der BundesSchulMusikChor im Frühjahr und das BundesSchulMusikOrchester im Herbst –, um unter professioneller Leitung ein anspruchsvolles Programm einzustudieren und in öffentlichen Konzerten zu präsentieren. Die Arbeitsphasen finden jeweils an einer der deutschen Musikhochschulen statt und werden ausschließlich von Studierenden ehrenamtlich und selbstverwaltet organisiert.

Insbesondere das BundesSchulMusikOrchester sieht seine Aufgabe aber nicht nur in der Bereicherung, die die Arbeitsphasen für alle Beteiligten immer wieder sind, sondern hat auch einen gesellschaftlich-bildungspolitischen Anspruch: Der aktuelle Bedarf an Musiklehrern mit instrumentaler Praxis steigt enorm (man denke z.B. an Projekte wie „Jedem Kind ein Instrument“ oder Streicher- und Bläser-Klassen). Die Schulen und die SchülerInnen brauchen darüber hinaus zunehmend LehrerInnen, die dazu geeignet sind, nicht nur instrumentale Fähigkeiten weiterzugeben, sondern auch gerade das Zusammenspielen zu fördern. Doch wer will und kann das vermitteln ohne den eigenen entsprechenden Erfahrungshorizont?

Außerdem: Wie soll man als LehrerIn überzeugend eine Schulklasse für ein sinfonisches Werk begeistern oder ein Schulorchester leiten, ohne je selbst in einem großen Orchester gespielt zu haben? Auch und gerade unter diesem Aspekt bietet das BSMO den angehenden MusiklehrerInnen viele wertvolle Erlebnisse, zumal SchulmusikerInnen in ihrem Studium an den deutschen Musikhochschulen teilweise ein Schattendasein führen: Sie sind oft diejenigen, die „von allem ein bisschen, aber nichts richtig können“. Dass aber auch von ihnen beachtliche künstlerische Leistungen hervorgebracht werden können, haben die vergangenen Projektphasen eindrücklich bewiesen. Und da es immer noch an den wenigsten Hochschulen Orchester gibt, die auch den SchulmusikerInnen offen stehen oder gar vollständig von ihnen getragen werden, ist das Bedürfnis nach der Möglichkeit, orchesterpraktische Erfahrung zu erlangen, nach wie vor groß.

 

Der BundesSchulMusikChor möchte vor allem denjenigen SchulmusikerInnen, die kein Orchesterinstrument beherrschen, die Möglichkeit bieten, ähnlich wie die Mitglieder des BSMO bereichernde und anpruchsvolle Arbeitsphasen durchzuführen sowie Kontakte zu Schulmusikstudierenden anderer Musikhochschulen zu knüpfen. Außerdem sind in regelmäßigen Abständen gemeinsame Projekte von BSMC und BSMO geplant, um große sinfonische Werke mit Chorbeteiligung zu erarbeiten, wie z.B. die 2. Sinfonie von Gustav Mahler bei der Arbeitsphase 2017 in Leipzig.

 

Dass durch die Arbeit des BSMCO die Schulmusik aus ihrer Nische heraustritt und sich die Lehramtsstudierenden öffentlich als vollwertige Musiker zeigen können, ist nicht zuletzt eines der zentralen Anliegen des BundesSchulMusikChores und -Orchesters.